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Eisen und Kupfer

Das meiste Eisen im Blut war schon einmal im Blut

Thulitreich beschreibt, wo Eisen im Körper unterwegs ist, welche Aufgabe dabei dem Kupfer zugeschrieben wird und welche Sätze die Europäische Union für beide Elemente freigegeben hat.

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Ein geschlossener Umlauf mit kleinen Verlusten

Ein erwachsener Organismus führt je nach Geschlecht und Körpermasse etwa drei bis vier Gramm Eisen. Ungefähr zwei Drittel davon sitzen im roten Blutfarbstoff, ein weiterer Teil im Muskelgewebe, der Rest in Speicherproteinen und in einer großen Zahl von Enzymen.

Das Knochenmark verbaut Tag für Tag zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Milligramm Eisen, um den Bestand an roten Blutzellen konstant zu halten. Aus der Nahrung kommen davon nur ein bis zwei Milligramm. Die Differenz stammt nicht aus dem Vorratsschrank, sondern aus dem Rest des Systems: Der weitaus größte Teil des Metalls, das heute in eine neue Blutzelle eingebaut wird, hat diesen Dienst bereits hinter sich.

Diese Rechnung erklärt, weshalb der Organismus mit einer verhältnismäßig kleinen Tagesmenge auskommt. Sie erklärt auch, warum Aufnahme, Weitergabe und Wiederverwendung des Metalls in der Physiologie getrennt betrachtet werden. Zum Sauerstofftransport hat die Europäische Kommission eine eigene Angabe freigegeben: Eisen trägt zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper bei — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.

Die Milz zerlegt, was nach vier Monaten ausgedient hat

Eine rote Blutzelle bleibt rund 120 Tage im Umlauf. Sie besitzt keinen Zellkern und keine Mitochondrien mehr und kann beschädigte Bestandteile deshalb nicht ersetzen. Mit zunehmendem Alter wird ihre Membran steifer, und sie passiert die engen Spalten in der roten Pulpa der Milz nicht mehr. Dort nehmen ortsansässige Fresszellen sie auf.

Im Inneren dieser Zellen öffnet ein Enzym namens Häm-Oxygenase den Porphyrinring, in dessen Mitte das Metallion sitzt. Zurück bleiben Biliverdin, Kohlenmonoxid in sehr kleiner Menge und ein freies Eisenion. Dieses Ion wird entweder in der Fresszelle selbst zwischengelagert oder wieder an das Blutplasma abgegeben.

Zwischenlager Leber: ein Gramm auf Abruf

Was nicht sofort weiterverbaut wird, bindet der Körper an Ferritin, ein kugelförmiges Speicherprotein, das mehrere tausend Metallatome in seinem Inneren aufnehmen kann. Leber, Milz und Knochenmark führen zusammen bei Männern etwa ein Gramm, bei Frauen vor der Menopause deutlich weniger. Dieser Bestand ist keine tote Reserve, sondern gleicht Schwankungen zwischen Zufuhr und Bedarf innerhalb weniger Tage aus.

Ein bis zwei Milligramm täglich schließen die Lücke

Verloren geht Eisen vor allem passiv: mit abgeschilferten Zellen der Darmschleimhaut und der Haut, mit Schweiß und bei Frauen zusätzlich mit der Menstruationsblutung. Einen aktiven Ausscheidungsweg — vergleichbar der Niere beim Kalium — gibt es nicht. Die Bilanz wird deshalb auf der Eingangsseite geführt: Ein Hormon aus der Leber steuert, wie viel von dem Metall die Darmzellen überhaupt ins Blut weitergeben. Ist der Bestand gut gefüllt, sinkt die Durchlässigkeit; ist er niedrig, steigt sie.


Steckbrief Eisen, Steckbrief Kupfer

Beide Elemente kommen in diesem Zusammenhang vor, werden im europäischen Register aber getrennt geführt. Jede Angabe unten gehört zu genau einem Element und gilt nur für dieses.

Fe

Eisen

Ein Übergangsmetall, das zwischen zwei Ladungszuständen wechseln kann. Genau diese Eigenschaft macht es für den Organismus brauchbar: Sie erlaubt das reversible Anlagern von Sauerstoff im roten Blutfarbstoff ebenso wie den Elektronenfluss in den Enzymen der Atmungskette.

In der Nahrung erscheint es in zwei Formen. Aus Fleisch und Innereien stammt der an Häm gebundene Anteil, aus Getreide, Hülsenfrüchten und Gemüse der freie. Der Referenzwert für die Nährwertkennzeichnung liegt bei 14 mg pro Tag.

„Eisen trägt zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

„Eisen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Cu

Kupfer

Ein Spurenelement, von dem der gesamte Körper nur etwa 80 bis 110 Milligramm führt — weniger als ein Dreißigstel der Eisenmenge. Im Blutplasma ist es fast vollständig an ein Glykoprotein aus der Leber gebunden und zirkuliert nie als freies Ion.

Kakao, Nüsse, Kerne, Hülsenfrüchte und Leber gehören zu den ergiebigeren Quellen. Der Referenzwert für die Kennzeichnung liegt bei 1 mg pro Tag und damit um den Faktor vierzehn unter dem des Eisens.

„Kupfer trägt zu einem normalen Eisentransport im Körper bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Grenzen, die im Text mitgelesen werden müssen

Die drei Sätze auf dieser Seite sind keine freie Formulierung dieser Redaktion. Sie stammen aus der Unionsliste der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben und stehen dort im Wortlaut, in dem sie hier zitiert werden. Wer sie umschreibt, sinngemäß wiedergibt oder zu einer einzigen Aussage zusammenzieht, verlässt den zugelassenen Bereich — auch dann, wenn der Inhalt dabei unverändert scheint.

Zwei dieser Sätze gehören zum Eisen, einer zum Kupfer. Das ist keine Nebensächlichkeit der Aktenführung. Der dritte Eintrag lautet: Eisen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Diese Angabe ist für Eisen geprüft worden und gilt für Eisen. Kupfer besitzt sie in dieser Zusammenstellung nicht, und das Umgekehrte gilt ebenso: Der Satz zum Eisentransport ist ein Kupfer-Eintrag.

Jede der Angaben setzt zudem voraus, dass ein Erzeugnis eine bestimmte Mindestmenge des betreffenden Stoffs enthält. Bleibt es darunter, darf der Satz nicht verwendet werden, gleichgültig wie zutreffend die dahinterliegende Physiologie beschrieben ist.

Das Wort, das jede dieser Formulierungen trägt, ist „normal“. Beschrieben wird ein Beitrag zu einem regelrecht ablaufenden Vorgang bei Menschen ohne ärztliche Diagnose. Aussagen über Krankheiten, über Laborbefunde einzelner Personen oder über die Wirkung eines bestimmten Produkts lassen sich daraus nicht ableiten. Diese Seite hält sich an diesen Rahmen und nennt zu jeder Zahl die Quelle, aus der sie stammt.


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Das Nachschlagewerk führt die Zahlen weiter, die auf dieser Seite nur angerissen sind: Gehaltstabellen für Eisen und Kupfer je Portion, Zufuhrwerte nach Alter und Lebensphase im Vergleich mehrerer Behörden, ein durchgerechnetes Beispiel für einen Speiseplan sowie zu jeder Angabe die Fundstelle.

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